Zwei Einsätze in einem - Jahreshauptprobe

Samstagnachmittag, strahlender Sonnenschein und dazu ein „schöner Einsatz“, bei dem am Ende alles gut ausgeht. Der Traum eines jeden Feuerwehrmanns konnte am Samstag bei der Jahreshauptübung der Kißlegger Feuerwehren in Waltershofen miterlebt werden. Rund 150 Zuschauer haben das Geschehen verfolgt, an dem etwa 60 Feuerwehrmänner und -frauen beteiligt waren.

14 Uhr: Qualm steigt auf aus dem Gebäude der ehemaligen Baufirma Henle in Waltershofen – Anwohner alarmieren über die 112 die Feuerwehr. Wenige Minuten später trifft die Abteilung Waltershofen der Kißlegger Wehr vor Ort ein. Parallel wurde – wie bei jedem Brand auf der Gemarkung – auch die Kißlegger Wehr alarmiert. Sie wird wenige Minuten später hinzustoßen. Währenddessen nehmen die Kameraden und Kameradinnen aus Waltershofen Erstmaßnahmen vor.

Wie bei einem „richtigen Brand“ war zunächst unklar ob sich eine Person im Gebäude befindet. Nach dem Feuerwehr-Dogma „Menschen suchen, Menschen retten“ wird unter Atemschutz in die Baumaschinenhalle eingedrungen. Parallel starten die Löschmaßnahmen. Auch die Abteilung aus Immenried trifft ein.

Doch die Lage verschärft sich: In der Nähe des „brennenden“ Gebäudes entdecken die Feuerwehrleute einen – ebenfalls simulierten – Unfall. Ein Arbeiter ist unter der Schaufel seines Radladers eingeklemmt worden. Über den Unfall wurde vorab keine Meldung gemacht. Die Einsatzleitung musste das verfügbare Personal nun splitten. Doch auch diesen Einsatz lösen die Kißlegger Floriansjünger schnell und präzise, sodass es gegen 14.20 heißt: „Die Lage hat sich entspannt. Es ist niemand mehr in Gefahr.“

Oberbrandmeister Reinhold Evers, der das Geschehen kommentierte, wies darauf hin, dass nach einem realen Brand noch stundenlange Nachlöscharbeiten anstünden. „Wenn vermeintlich alles vorbei ist, beginnt diese Herkulesaufgabe.“ Glutnester können immer übersehen werden, so Evers. Und: „Für jede Wehr ist es ein bisschen peinlich, wenn man Stunden nach dem Einsatz wieder ausrücken muss.“

Krattenmacher: Geld in die Feuerwehr ist gut investiert

Evers ließ es sich nicht nehmen, nach der Übung anwesende Kommunalpolitiker zu interviewen. So sagte etwa Kißleggs Bürgermeister Dieter Krattenmacher: „Da wissen wir, wenn in der nächsten Gemeinderatssitzung wieder Feuerwehrthemen anstehen, dass unser Geld gut investiert ist bei diesen Männern und Frauen.“

Auch Waltershofens Ortsvorsteher Werner Bachmann lobte: „Wir brauchen unsere Feuerwehr und können uns auf sie verlassen. Schön wäre natürlich, wenn sie auch im Ernstfall so zahlreich ist.“ Das Thema der Verfügbarkeit von Einsatzkräften sei landauf, landab bekannt, stellte Reinhold Evers fest und fügte an: „Man braucht natürlich auch Arbeitsplätze vor Ort – Ikowa lässt grüßen.“
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